Initiative für einen Sozialen Friedensdienst (SoFd)

Am 9. Mai 1980 waren Vertreter der Offenen Arbeit in Dresden mit einer Kampagne zur Einführung eines sozialen Friedensdienstes (SoFd) in der DDR als Alternative zum Wehrdienst an die Öffentlichkeit getreten. In einem Offenen Brief forderten sie die Landessynoden der evangelischen Kirchen auf, sich für einen solchen Friedensdienst einzusetzen. Diese Brief wurde anlässlich einer Jugendwerkstatt am 24. und 25. Juli auch in der Galiläakirche diskutiert. Bis zum Jahresende erreichten 12 000 Unterschriften die Landessynoden der evangelischen Kirchen in der DDR, die den Vorschlag unterstützten.

Einmalig in der DDR sah sich die SED gezwungen, offiziell auf eine Initiative der unabhängigen Friedensbewegung zu reagieren. Am 21. November 1981 verkündete der Cottbusser SED-Chef Werner Walde auf einer Rede, dass diese Initiative „staats-, verfassungs- und friedensfeindlich“ sei. Die Initiatoren wurden verhaftet und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Dennoch gelang es ein Verfahren durchzusetzen, in dem junge Männer, die den Wehrdienst total verweigerten, nicht eingezogen wurden. Allerdings hatten diese damit auch ihre Chance auf ein Studium oder eine qualifizierte berufliche Weiterbildung verspielt.

Literatur und Weitere Infos:

  • Roland Brauckmann und Heike Möbius: Die Dresdener Initiative für einen „Sozialen Friedensdienst“. Ein Zeitzeugenbericht in: Horch und Guck 2/2004, S. 42-44. http://www.horch-und-guck.info/hug/archiv/2004-2007/heft-46/04611/

 

 

zurück