Bausoldaten

Nachdem 1956 in der Bundesrepublik die Wehrpflicht eingeführt worden war, zog die DDR kurz nach dem Mauerbau 1961 nach. Kirchenvertretern gelang es 1964 beim Staat die Einrichtung eines „Bausoldatendienstes ohne Waffe“ durchzusetzen. Ihr Argument war, dass Menschen, die im Westen – und damit auch in der Bundeswehr – Verwandte hätten, nicht auf sie schießen könnten.

Zahlreiche junge Männer, auch Mitglieder des Friedrichshainer Samariter-Friedenskreises machten von der Möglichkeit des waffenlosen Wehrdienstes Gebrauch. Doch besonders seit Ende der 70er Jahre reichte vielen jungen Menschen diese Form der Verweigerung nicht mehr aus. Bausoldaten wurden nämlich auch in die militärische Planung mit einbezogen und zum Bau militärischer Objekte verpflichtet.
Wer sich der Einberufung zur
Nationalen Volksarmee ganz widersetzte, wurde in der Regel mit zwei Jahren Haft bestraft. Für die Verweigerung des Reservistendienstes gab es neun Monate Haft.

Literatur: Uwe Koch: Bausoldatenkongress. Zivilcourage und Kompromiss, Bausoldaten in der DDR 1964-1990 Potsdam, 3.-5. September 2004.Berlin 2005.

Weitere Infos: http://www.havemann-gesellschaft.de/bausoldaten/gbuch.htm

 

 

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