Kino im Kubus

Kino im Kubus

Cineastisches Begleitprogramm zum JuniCube

Die Filme werden im JuniCube als Open Air Kinoveranstaltung gezeigt.

 

14.06.13, um 20.00 Uhr  “Der Aufstand” Doku Drama 

 

Ein fesselndes Dokudrama über den 17. Juni 1953 in der DDR – 50 Jahre nach dem ersten Volksaufstand im ehemaligen sowjetischen Machtbereich. Ein aufwändiger Fernsehfilm mit einem Staraufgebot an Schauspielern.

Mit dem Tod des Diktators Stalin als Prolog schildert der 105 Minuten lange Film die Hintergründe, den Verlauf und die gewaltsame Niederschlagung des Massenprotestes, der schon wenige Jahre nach der Gründung der DDR das SED-Regime zu stürzen drohte.

Durch diesen Film erhalten die bis heute unbekannten Helden des Aufstandes ein Gesicht: die Bauarbeiter von der Stalinallee und die anderen Streikenden, die von Ostberlin aus einen die ganze DDR erfassenden Flächenbrand der Rebellion entfachten.

Die bis ins Detail authentisch rekonstruierten Spielszenen in den Machtzentralen Ost-Berlins und Moskaus, in den Bauhütten, Fabriken und auf den Straßen der DDR sind eng verzahnt mit Zeitzeugeninterviews, bislang unbekannten originalen Filmaufnahmen und erlauben tiefe Einblicke in ein Geschehen, das das SED-Regime bis zu seinem endgültigen Sturz als ebenso peinliches wie streng gehütetes Staatsgeheimnis tabuisierte.

Engste Mitarbeiter der Regierungen und Geheimdienste in Moskau und in Ost-Berlin enthüllen, dass die Krise kurz vor der weltpolitischen Eskalation stand. Egon Bahr, Klaus Bölling und andere damalige Mitarbeiter des amerikanischen Rundfunksenders RIAS berichten gleichzeitig, wie sehr auch der Westen von den Ereignissen überrascht und von der Furcht beschlichen wurde, diese könnten den kalten in einen heißen Krieg verwandeln.

“Der Aufstand” offenbart das dramatische Wechselspiel zwischen dem revolutionären Elan und Mut der Aufständischen und der auf staatlicher Teilung und Friedhofsruhe basierenden Stabilität des Kalten Krieges: am Anfang ein spontaner Arbeiterprotest mit ökonomischen Forderungen, aber buchstäblich über Nacht fast ebenso unwillkürlich ein politischer Volksaufstand für Freiheit und den Sturz der SED-Diktatur.

 

Hans-Christoph Blumenberg, Autor und Regisseur:

“Der 17. Juni war für mich früher ein Datum, dessen Bedeutung im Wesentlichen von außen und nachträglich hineininterpretiert wurde: ganz angenehm für uns im Westen, weil uns das einen Feiertag mehr bescherte, nichtsdestotrotz ein ideologischer Reflex. Erst im Laufe der Vorbereitung des Films habe ich die wirkliche Dimension der Ereignisse begriffen. Und jetzt bewundere ich nicht nur die Leistung meiner Schauspieler, sondern fast mehr noch die ihrer historischen Vorbilder, der Ostberliner Arbeiter.”

 

 

Eine Produktion von Cinecentrum Deutsche Gesellschaft für Film- und Fernsehproduktion mbH

 

Im Auftrag von ZDF und ARTE

mit Unterstützung der FilmFörderung Hamburg GmbH

 

http://www.cinecentrum.de/produktionen/tv-movie/der-aufstand.html

 

 

 

 

18. Juni 2013 20.00 Uhr  + Vorgespräch

Der 17. Juni in Halle – ein Tag der Zivilcourage Dokumentarfilm auf DVD (45 min)

 

Dieser Film entstand unter Mitwirkung von Zeitzeugen, die 50 Jahre später diesen Tag noch einmal lebendig werden lassen.

 

Ein Tag der Zivilcourage – Der 17. Juni 1953 in Halle – Im Auftrag des Zeitgeschichte(n) e.V. Verein für erlebte Geschichte entstand ein Dokumentarfilm von Marlies und Andreas Splett, produziert vom ATV-Studio Halle,  mit bisher unveröffentlichtem Bildmaterial und Zeitzeugenberichten zu den Ereignissen des Tages.

 

Ausgangspunkt der Streikbewegung war die Lokomotiven- und Waggonbaufabrik Ammendorf. Arbeiter zahlreicher Betriebe schlossen sich an. Aus Empörung über die diktatorische Politik der SED und die schlechten Lebensbedingungen marschierten sie zur Innenstadt, besetzten Parteibüros und Haftanstalten. Propagandalosungen wurden entfernt. Akten auf die Straßen geworfen. Die Aktion fand spontan und an verschiedenen Orten gleichzeitig statt. Erst am frühen Nachmittag wurde ein Streikkomitee gewählt. Die Demonstranten belagerten die Gefängnisse und forderten die Freilassung politischer Häftlinge. In der Untersuchungshaftanstalt gelang die Befreiung der Gefangenen, am Zuchthaus “Roter Ochse” nicht. Mit Schüssen in die Menge wurden die Aufständischen zurückgedrängt. Bereits am Nachmittag gab es Tote und Verletzte. Höhepunkt des Protestes war die Kundgebung um 18 Uhr auf dem Hallmarkt mit ca. 60.000 Teilnehmern. Nach der Kundgebung vertrieben sowjetische Panzer die Demonstranten und setzten den Ausnahmezustand durch. Mit Desinformationen versuchte die SED, die Erinnerung an die wirklichen Ereignisse zu verdunkeln.